Anreise
Die Flugzeit für einen Direktflug von Deutschland nach São Paulo oder
Rio beträgt etwa 13 Stunden. Brasilien hat insgesamt 10 internationale
Flughäfen, von denen aus Verbindungen zu kleineren Städten bestehen. Allerdings
laufen nichtstotrotz die meisten Flugverbindungen über São Paulo.
Alle großen internationalen Fluglinien wie Lufthansa, Iberia, British
Airways etc. und die brasilianische Fluggesellschaft TAM fliegen regelmäßig
nonstop von Europa nach Rio und São Paulo. Nach unserem subjektiven Eindruck
ist ein Flug mit KLM am komfortabelsten. Sollten Sie mehrere Flüge innerhalb
von Brasilien oder Lateinamerika planen, ist es ratsam, sich schon in
Deutschland einen sogenannten „Airpass“ zu kaufen. Das sind
Flugcoupons, die für Inlands- oder interkontinentale Flüge verwendet werden
können und in der Summe meist preiswerter sind als einzelne Flüge.
Einreiseformalitäten
Für einen Urlaubsaufenthalt bis zu 90 Tage benötigen europäische Staatsbürger
kein spezielles Visum. Ein Reisepass, der noch mindestens sechs Monate
gültig ist und ein Rückflugticket sind ausreichend. Am Flughafen erhält
man eine Einreisekarte mit Stempel, die getrennt vom Pass aufbewahrt werden
soll, damit auch bei Passverlust die legale Einreise nachgewiesen werden
kann und die man auf keinen Fall verlieren sollte. Am besten machen Sie
sich Fotokopien und lassen die Originale im Hotelsafe.
Vor Ablauf der 90-Tage-Frist kann bei einer Dienststelle der Bundespolizei
(Polícia Federal - Departamento da Polícia Marítima,
Aérea e de Fronteiras = DPMAF) eine Verlängerung der Aufenthaltsgenehmigung
um maximal weitere 90 Tage beantragt werden. Die erlaubte Gesamtaufenthaltsdauer
innerhalb von 12 Monaten beträgt maximal 180 Tage. Sollte man einen Arbeits- oder Studienaufenthalt
planen, reicht ein Touristenvisum nicht aus. Bei einem längeren
Aufenthalt sollte schon in Deutschland ein Visum beim zuständigen brasilianischen
Konsulat beantragt werden, da ansonsten bei der Ausreise Schwierigkeiten
zu befürchten sind.
Bei längerem Aufenthalt muss unbedingt vorher ein Visum bei der für
den Wohnort zuständigen brasilianischen Auslandsvertretung in Deutschland
beantragt werden, da ansonsten bei der Ausreise Schwierigkeiten zu befürchten
sind.
Geschäftsreisende sollten grundsätzlich vor der Einreise bei
der zuständigen brasilianischen
Auslandsvertretung in Erfahrung bringen, ob für die geplante
Reise ein Visum benötigt wird. Dies gilt selbst dann, wenn z.B. lediglich
Verträge unterzeichnet oder Vorträge gehalten werden sollen.
Techniker/Mechaniker, die Instandsetzungs- oder Aufbauarbeiten vornehmen
sollen, benötigen grundsätzlich ein Visum. Die nachträgliche
Erteilung eines Visums in Brasilien selbst ist nicht möglich.
Doppelstaater: Reisende, die neben der deutschen auch die brasilianische
Staatsangehörigkeit besitzen, können nur mit einem brasilianischen
Reisepass nach Brasilien ein und ausreisen. Besonders wer in Brasilien
geboren ist oder einen brasilianischen Elternteil besitzt, sollte sich
deshalb immer mit der brasilianischen Auslandsvertretung in Verbindung
setzen, um zu klären, ob gegebenenfalls ein brasilianischer Reisepass
oder eine Negativbescheinigung zur Einreise erforderlich ist.
Minderjährigen, die nicht von beiden Elternteilen begleitet werden,
ist die Ein- und Ausreise nur mit einer richterlichen Reisegenehmigung
bzw. mit einer vor einem brasilianischen Konsularbeamten abgegebenen Einverständniserklärung
des anderen Elternteils gestattet.
Geld Die Landeswährung
Real (= 100 Centavos) kann in vernünftigem Umfang eingeführt werden;
bei Fremdwährung müssen Summen über 20000 $ deklariert
werden. Internationale
Kreditkarten werden in allen größeren Hotels und in Geschäften bzw. Shopping-Centers
in Großstädten akzeptiert (VISA hat die höchste Verbreitung). Ohne Bargeld
läuft dennoch nichts. Gerade im Landesinneren oder in kleineren Läden
und Pensionen ist Barzahlung die Regel. Bargeld erhält man entweder per
Kreditkarte an Geldautomaten (v.a. in Großstädten), per Euroscheckkarte
an einigen wenigen Automaten und durch den Tausch gegen Bardollar / Bareuro
bei der Banco do Brasil. Reiseschecks sind nicht gerne gesehen,
werden von Reisebüros wie etwa Mastertourismo jedoch manchmal aus
Gefälligkeit gewechselt.
Reisemöglichkeiten vor Ort
Aufgrund der großen Distanzen in Brasilien ist das Flugzeug das sicherste
und schnellste Verkehrsmittel. Geschäftsleute schätzen zudem
den Helicopter. Das Eisenbahnnetz wird fast ausschließlich für
den Güterverkehr genutzt. Es bestehen jedoch Busverbindungen zu fast
allen bewohnten Gebieten Brasiliens. es gibt große Unterschiede
in Komfort, Sicherheit und Preis der verschiedenen Busunternehmen. Auf
manchen Strecken gibt es faktisch ein Monopol und Passagiere sollten mit
längeren Wartezeiten und auch Aufenthalten über Nacht rechnen. Aus Kostengründen
wählen fast alle dieses Verkehrsmittel.
In brasilianischen Städten existiert in der Regel ein gutes Busnetz. Die
Haltestellen sind jedoch häufig nur an den wartenden Fahrgästen zu erkennen.
Wichtig ist, immer Kleingeld für die Fahrkarte bereit zu halten. In São
Paulo und Rio kann man auch die Untergrundbahn (je zwei Linien) oder Vorortzüge
benutzen. Zum Mieten eines Autos brauchen Sie nur einen internationalen
Führerschein und eine Kreditkarte.Bei längeren Aufenthalten sollte
man den Führerschein übersetzen lassen. In den meisten Städten
haben Taxis rote Nummernschilder und Taxameter. Taxis sind etwa im Vergleich
mit Mietwagen relativ sichere Verkehrsmittel, vor allem nach Einbruch
der Dunkelheit. Die Preise für Mietwagen sind zudem meist sehr hoch. Das
Straßennetz innerhalb Brasiliens hat eine Länge von über 1,8 Millionen
km, einige Straßen sind jedoch in schlechtem Zustand oder nicht geteert,
so dass längere Fahrten im Pkw oft anstrengend sein können. In großen
Städten ist es für ungeübte Europäer sowieso gewöhnungsbedürftig:
Es gibt einfach überall Menschen.
Klima
Brasilien erstreckt sich von den Tropen
bis in die Subtropen, wodurch die Durchschnittstemperaturen rund ums Jahr
über den mitteleuropäischen liegen. Die Jahreszeiten sind den europäischen
entgegengesetzt. Über die klimatischen Verhältnisse kann nicht
pauschal berichtet werden, da sich das Land über mehrere Klimazonen erstreckt
und auch verschiedene Regenzeiten hat.
Amazonasgebiet: tropische Zone mit Temperaturen von ca. 25 bis 30ºC, viele
Niederschläge während der Regenzeit (Dezember - Juni).
Nordosten: tropisch-feucht an der Küste; heiß und trocken im Landesinneren;
kaum Niederschläge.
Osten: heißes Klima, gemäßigt im Inneren des Landes.
Süden: in den Hochebenen milde Temperaturen, kühle Winter; Regenzeit (in
den meisten Gebieten) Juni - August
Westen: trocken-warme Winter, feuchtheiße Sommer mit viel Regen (November
- März).
Gesundheit
Die medizinische Versorgung in Brasilien ist in Großstädten auf europäischem
Niveau. Braslianische Zahnärzte sind weltweit für Ihr Können
berühmt. Für Brasilianer und Expatriates bzw. Einwanderer, die
sich eine private Krankenversicherung leisten können, ist die Versorgung,
insbesondere die Vorsorge und der Service (Wartezeiten etc.), sicher besser
als in Deutschland. In ländlichen Gebieten ist die medizinische Versorgung
jedoch oft nicht ausreichend. Hier spricht das medizinische Personal meist
auch kein Englisch oder Französisch. Geschäftsreisenden oder Touristen
ist in jedem Fall zu raten, eine Reisekrankenversicherung abzuschließen.
Die deutschen Auslandsvertretungen vor Ort stellen Listen deutschsprachiger
Ärzte zur Verfügung. Empfehlenswert ist ein Impfschutz gegen Tetanus,
Diphtherie, Polio und Hepatitis A. Bei längeren Aufenthalten sind Impfungen
gegen Hepatitis B, in ländlichen Gegenden gegen Tollwut und Typhus ratsam.
Impfschutz gegen Gelbfieber ist Pflicht für Reisende aus Gelbfiebergebieten
(wie viele Länder Afrikas, Mittel- und Südamerikas), ratsam bei Reisen
in ländliche Gegenden. Es kann vorkommen, dass die Gelbfieberimpfung,
die man kostenlos erhält, am Flughafen kontrolliert wird.
Medikamente zur Prophylaxe gegen Malaria und Mückenschutz sind in
einigen Landesteilen sinnvoll (v.a. feucht-warme Gebiete unter 900m).
Weitere Informationen bei:
Sicherheit
Die Großstädte Brasiliens (besonders
Rio de Janeiro) sind kein besonders sicheres Pflaster, vor allem nach
Einbruch der Dunkelheit. Brasilianer halten sich gern in Shopping-Centers
auf, die neben Geschäften auch Postämter, Banken, Restaurants
etc. etc. aufweisen. Von einem unbegleiteten Besuch von Elendsvierteln
(Favelas) ist abzuraten. Abends sollten vor allem Gegenden um Busbahnhöfe,
wenig belebte Straßen und der Strand gemieden werden. Es empfiehlt sich,
Wertgegenstände, Reisedokumente und größere Geldbeträge im Hotelsafe zu
deponieren und lediglich kleinere Summen bei sich zu tragen. Nach Diebstählen
oder Überfällen sollte bei der zuständigen Polizeidienststelle Anzeige
erstattet werden, da die Vorlage einer Verlustanzeige (Boletim de Ocorrência)
oft Voraussetzung für Erstattungen durch die Versicherungen sowie die
Ausstellung von Passersatzdokumenten ist.
Der Verlust eines Gepäckstücks bei Flugreisen ist immer möglich,
da die Fluggesellschaften an den Flughäfen meist auf Fremdfirmen
angewiesen sind. Sollte ein Gepäckstück nicht ankommen, melden
Sie dies unverzüglich Ihrer Fluggesellschaft. Sie erhalten dann einen
entsprechenden Bericht und eine Referenznummer. Mit diesen Daten können
Sie hier online erfahren, ob Ihr Gepäck schon aufgefunden wurde.
Bitte klicken Sie auf das Logo der entsprechenden Fluggesellschaft.
Kommunikation
Brasilien besitzt zwar ein gut ausgebautes Telefonsystem. Durch die vor
einigen Jahren durchgeführte Privatisierung gibt es aber immer wieder
technische Probleme und verwirrende zusätzliche Vorwahlen. auch direkte
Verbindungen ins Ausland sind gelegentlich überlastet. Erkundigen
Sie sich am besten vor Ort, beispielsweise bei einem Telefonamt für internationale
Gespräche (Posto de Telemar). Diese finden sich in den Flughäfen aber
auch in Großstädten und zentralen Gemeinden. Für R-Gespräche nach Deutschland
wählt man 0008049. Sollte es kein Telefonamt geben, kann man sich von
einer Telefonzentrale vermitteln lassen. Dafür wählt man 000111, nennt
das Land, die Stadt und die gewünschte Telefonnummer.
Mobiles Telefonieren ist nur mit GSM900/iDEN-Standard Handys möglich (Tri-Band-Handys).
In der Regel findet man in jeder größeren Stadt und den Shopping-Centers
Internetcafes.
Elektrizität
Die Stromstärken variieren innerhalb von Brasilien: in Rio und São Paulo
110 Volt Wechselstrom, Bahia, Salvador und Manaus 127 Volt, in Brasilia
und Recife 220 Volt. Für die Steckdosen ist ein Adapter notwendig, da
sie nicht der deutschen Norm entsprechen.